Die neue Leitung des ATZ Köln-Mülheim
Die Begleitung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien im Autismus-Spektrum ist seit vielen Jahren eng mit meinem beruflichen Werdegang verbunden. Begonnen hat dieser in der Betreuung und Organisation von Ferienfreizeiten für Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen. Nach meinem Studium der Sozialen Arbeit koordinierte ich Integrationshilfen an Förderschulen und arbeitete eng mit Familien, Schulen, Jugendämtern und weiteren Unterstützungssystemen zusammen. Dabei wurde mir immer wieder bewusst: Gute Begleitung gelingt am besten, wenn Menschen und Professionen miteinander vernetzt sind.
2015 führte mich mein Weg ins Autismus-Therapie-Zentrum. Zehn Jahre lang war ich Teil des Teams im Hausförderprogramm und durfte Familien in ihrem häuslichen Alltag begleiten. Diese Zeit hat mich fachlich und persönlich besonders geprägt. Von meinen Kolleginnen und Kollegen habe ich viel gelernt – vor allem die wertschätzende Haltung gegenüber den Familien und den großen Respekt vor dem, was sie Tag für Tag leisten. Gleichzeitig hat mich der systemische und analytische Blick auf Verhalten nachhaltig geprägt: Hinter vielen Verhaltensweisen steckt ein Bedürfnis, das es gemeinsam zu verstehen gilt. Den Alltag der Familien kennenzulernen, ihre Ressourcen zu erkennen und daraus individuelle, alltagsnahe Unterstützungsangebote zu entwickeln, ist bis heute ein zentrales Anliegen meiner Arbeit.
Mit dem berufsbegleitenden Masterstudium der Sozialpädagogik legte ich die Grundlage für mein nächstes Ziel: die anschließende Weiterbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Dieser Weg war anspruchsvoll und verlangte viel Ausdauer, doch mein Ziel war von Anfang an klar. Ich wollte therapeutische Angebote mitgestalten, die auch Kindern und Jugendlichen offenstehen, die nicht oder nur eingeschränkt über Lautsprache kommunizieren können. Die Frage, wie wir allen Menschen einen möglichst guten Zugang zu wirksamer Therapie und Unterstützung ermöglichen können, begleitet mich bis heute und zieht sich wie ein roter Faden durch meinen beruflichen Werdegang.
Nach zehn Jahren im ATZ führte mich mein Weg für kurze Zeit in eine kinder- und jugendpsychiatrische Klinik. Die Möglichkeit, das Team in Mülheim zu unterstützen, hat mich jedoch schnell wieder zurück ins ATZ geführt – und darüber freue ich mich sehr.
Was mich hier besonders begeistert, ist das multiprofessionelle Team. Die wertschätzende, offene und motivierte Zusammenarbeit möchte ich als Leitung übernehmen und weiter stärken. Wir bringen unterschiedliche fachliche Perspektiven mit, lernen voneinander und entwickeln gemeinsam passgenaue Angebote für die Familien, die wir begleiten. Gleichzeitig freue ich mich darauf, vorhandene und neue Impulse umzusetzen– zum Beispiel mit Elternfrühstücken oder weiteren Gruppenangeboten, die Begegnung ermöglichen, Austausch fördern und Familien auf vielfältige Weise unterstützen.


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